Programm & Termine
Ausstellung: "Es brennt!"
07.11.2008 - 01.03.2009, Neue Synagoge - Centrum Judaicum, Oranienburger Straße 28/30, 10117 Berlin - Mitte
Antijüdischer Terror im November 19382008 jährt sich zum siebzigsten Mal der antijüdische Terror der Nationalsozialisten von November 1938. Ab dem 6. November 2008 wird die Ausstellung bisher wenig bekannte Fotografien aus den Jahren 1938 und 1939 zeigen. Unter den Bildern befinden sich auch Aufnahmen, die als Beweismittel in Justizverfahren der Nachkriegszeit dienten. Sie verdeutlichen das Ausmaß der Gewalt und öffentlichen Demütigungen der Juden im Deutschen Reich. Die Ausstellung nimmt dabei Bezug auf den Raum, in dem sie gezeigt wird. Die Vorhalle der Neuen Synagoge war der Ort der Begegnung und des Austausches von Beterinnen und Betern vor und nach den Gottesdiensten. Die Ausstellung bringt hier - im übertragenen Sinn - ihre Stimmen erneut zu Gehör: Audiostationen präsentieren frühe biographischen Zeugnisse der Erfahrungen deutscher Juden im November 1938.
Film: "Das Spinnennetz"
27.11.2008, 20.15 Uhr, VideoKino im Morgenrot, Kastanienallee 85, 10435 Berlin - Prenzlauer Berg
BRD 1989, 190 min, R: B. Wicki, mit U. Mühe, K.M. Brandauer, A. Müller-StahlEin ehemaliger Leutnant der kaiserlichen Armee, dessen Welt nach der Niederlage von 1918 in Scherben liegt, macht mit Hilfe eines rechtsradikalen Geheimbundes unaufhaltsam Karriere, wobei er sich skrupellos aller Mittel bedient. Die Verfilmung von Joseph Roths Roman spiegelt die Entwicklung eines desillusionierten Kleinbürgers zum Karrieristen, Opportunisten, Mörder und Wegbereiter des Nationalsozialismus. Ein aufrüttelnd intensiver, teils mit drastischen Mitteln inszenierter Film von brisanter Thematik, mit hervorragenden Schauspielerleistungen und ausgefüllter psychologisch fundierter Beobachtungsweise. Roths bereits 1923 erschienener Roman sah die Pogrome an der jüdischen Bevölkerung voraus.
Pressekonferenz der Initiative Berliner Kinderskulptur
28.11.2008, 13.30 Uhr, ABION Spreebogen Waterside Hotel, Alt-Moabit 99, 10559 Berlin
In Anwesenheit des Künstlers Frank Meisler und weiterer Zeitzeugen der Kindertransporte wird die Initiative Berliner Kinderskulptur über das Projekt, den aktuellen Stand der Arbeiten an der Gedenkskulptur und dem Programm rund um die Gedenkveranstaltung am 30. November 2008 informieren.Einladung zur Pressekonferenz: www.kindertransporte.de/dokuments/Kindertransport_PK_Einladung.pdf
Einweihung der Kindertransport-Gedenkskulptur
30.11.2008, 14.00 Uhr, Bahnhof Friedrichstraße, Friedrich-/Ecke Georgenstraße, Berlin - Mitte
In Anwesenheit des Künstlers Frank Meisler und weiterer Zeitzeugen wird die Kindertransport-Gedenkskulptur "Züge ins Leben - Züge in den Tod" ihrer Bestimmung übergeben.Empfang im Deutschen Bundestag
01.12.2008, 11.00 Uhr, Deutscher Bundestag, Kunstraum im Marie-Elisabeth-Lüders-Haus, 10117 Berlin - Mitte
Die Vizepräsidentin des Deutschen Bundestags Petra Pau wird die anlässlich des 70. Jahrestages angereisten ehemaligen Kinder der Kindertransporte empfangen.Im Anschluss werden die Gäste durch die Austellung "The J. Street Project" geführt.
(geschlossene Veranstaltung)
Film: "Alle Juden raus! Judenverfolgung in einer deutschen Kleinstadt"
04.12.2008, 20.15 Uhr, VideoKino im Morgenrot, Kastanienallee 85, 10435 Berlin - Prenzlauer Berg
Doku, D 1999, 82 min, R: Katrin SeyboldDer Film beginnt mit privaten Filmaufnahmen aus den dreißiger Jahren: eine jüdische Familie, bei Spaziergängen oder Familienfesten. Was ist aus ihnen geworden? Auch hier, in der deutschen Kleinstadt, wurde den Juden alle Rechte und später der Besitz geraubt. Die Filmemacher lassen beide Seiten zu Wort kommen: den Kommandanten der Feuerwehr, der die brennende Synagoge nicht löschen durfte, er war Mitglied der NSDAP, der Feuerwehr und des Finanzamtes, und mit der "Arisierung" jüdischer Geschäfte betraut; eine Telefonistin des KZ Theresienstadt, die alles hören und sehen konnte. Auf der Seite der Opfer Inge Auerbacher, eines von hundert Kindern, die das KZ Theresienstadt überlebten, die mit ihrer Mutter von den Zeiten der Verfolgung und des Terrors berichtet. "Alle Juden raus!" ist die Chronik der Judenverfolgung einer Kleinstadt, von der hinterher keiner gewusst, bei der keiner dabei gewesen sein wollte ...
"Herr Wolle lässt noch einmal grüßen". Geschichte meiner deutsch-jüdischen Familie
11.12.2008, 18.00 Uhr, Bibliothek der Stiftung Topographie des Terrors, Stresemannstr. 111, 10963 Berlin - Kreuzberg
Lesezeit - Neuere Literatur zur NS-GeschichteSibylle Krause-Burger erzählt auf der Basis von Aufzeichnungen, Dokumenten und Luftpostbriefen die Geschichte ihrer Familie. 1927 heiratete der schwäbische Beamtensohn Walter Burger gegen den Willen seiner antisemitisch eingestellten Eltern die aus einer assimilierten jüdischen Kaufmannsfamilie stammende Berlinerin Edith Wolle. Jahrelang wurde das Paar nun vom „arischen“ Teil der Familie gemieden.
In der NS-Zeit erlebten Walter und Edith Burger die zunehmende Stigmatisierung, Ausgrenzung und Verfolgung der in Berlin lebenden Juden mit. Ediths Bruder Günter und ihre Mutter Käthe wurden deportiert. Als Edith und ihren Kindern 1943 ebenfalls die Deportation drohte, gewährte ihnen der im schwäbischen Nussdorf lebende Schwiegervater Unterschlupf. Dies führte zu erheblichen inner-familiären Spannungen, die ihren Höhepunkt erreichten, als Ediths Schwager, ein SS-Offizier, sie und ihre Kinder im örtlichen Rathaus denunzierte. Ein Bruch ging fortan durch die Familie, der auch nach Kriegsende nicht behoben werden konnte.
Da die Platzkapazitäten beschränkt sind, wird um Voranmeldung gebeten.
Das Gedenken:
- Hintergrund
- Berliner Gedenkskulptur
- - Initiative
- - Unterstützer
- - Förderer
- Einweihung